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Rezension – Das Schmetterlingsmädchen

Das Schmetterlingsmädchen
Laura Moriarty


 

Kurzbeschreibung

Erscheinungstermin: 15. Februar 2013

New York in den Goldenen Zwanzigern: Eine turbulente Metropole voller Leben, Musik, Abenteuer – ein aufregendes Versprechen. Als die fünfzehnjährige Louise aus dem verschlafenen Kansas dorthin reist, um Tänzerin zu werden, geht für sie ein Traum in Erfüllung. Hals über Kopf stürzt sich das neugierige, unkonventionelle Mädchen in diese berauschende Welt – sehr zum Missfallen ihrer Anstandsdame Cora, einer Frau mit traditionellen Wertvorstellungen. Doch hinter Coras korrekter Fassade verbirgt sich ein trauriges Schicksal, von dem niemand ahnt. Die Reise nach New York ist für sie eine Reise in die Vergangenheit –
Produktinformationen
  • Taschenbuch: 464 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Verlag); Auflage: 1 (15. Februar 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3404167813
  • ISBN-13: 978-3404167814
  • Originaltitel: The Chaperone
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,6 x 3,2 cm 

Quelle: Amazon.de

Meine Meinung

Laura Moriartys Roman „Das Schmetterlingsmädchen“ beschreibt die Lebensgeschichten zweier grundverschiedener Frauen, derren Wege sich kreuzen. Der Roman beginnt in den 1920-er Jahren und zieht sich durch das gesamte Leben unserer Protagonistinnen. Jedoch spielt der Hauptteil des Buches in den 20ern. Der Leser wird behutsam ohne lange und ausschweifende Erklärungen in die Vergangenheit zurückversetzt.
Offene Fragen werden geschickt in der Handlung verpackt.
Die Autorin hat sehr gut für ihren Roman recherchiert und greift viele gesellschaftliche Themen auf, die zu dieser Zeit wahre Meilensteine waren.
Der Leser erfährt viel über die goldenen 20er Jahre, zum Beispiel die Prohibition, Frauenrechtsbewegung und immer noch gesellschaftsfähige Themen wie Homosexualität.
 

Unsere Protagonistinnen sind zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können.
Da wären die Mittdreißiger konservative Cora, eine verheiratete und geachtete Frau zweier Söhne, und die lebhafte moderne 15 jährige Luise mit ihren Träumen nach Ruhm und Gloria. Das interessante am Buch war für mich, dass es sich nicht um eine gänzlich fiktive Geschichte handelt. Luise Brooks gab es wirklich und Laura Moriarty blieb nah an ihrer Lebensgeschichte. Das Cover zeigt übrigends die echte Luise Brooks. 

Frau Moriarty hat Fiktion und Realität wunderbar in Einklang gebracht, in dem sie Cora als Anstandsdame an Luises Seite gestellt hat. Allerdings macht Cora nicht ganz uneigennützig mit Luise diese Reise nach New York, denn für sie ergibt sich die einmalige Chance etwas über ihre Vergangenheit heraus zu finden. Coras Job als Anstandsdame ist nicht ganz einfach. Luise ist eine talentierte junge Frau die nach den Sternen greifen möchte. Sie hat die Möglichkeit an einer renommierten Tanzschule den Sommer über ihr Können zu perfektionieren. Aber das Mädchen macht es Cora nicht einfach. Zwei Generationen mit verschiedenen Wertvorstellungen treffen auf einander. Moderne trifft auf konservativ. Luise ist frech, schlagfertig, wirkt oft arrogant und weiß ihre Reize kokett einzusetzen. Trotz dieser Fehler schließt der Leser die charismatische Luise sofort ins Herz.

Das Hauptaugenmerk dieses Romans liegt allerdings auf der Figur Cora. Leider fand ich Cora etwas farblos gestaltet und bin mit ihr nicht richtig warm geworden. Luise hatte von der Autorin einfach mehr Aufmerksamkeit bekommen. Vielleicht lag es an den vielen Recherchen über die echte Luise Brooks. Frau Moriarty musste sich keine neue Figur erschaffen und Leben einhauchen wie bei der Figur Cora.


Fazit: Im Großen und Ganzen fand ich dieses Buch eine gelungene und vor allem authentische Geschichte über die 1920er Jahre. Es machte mir Freude 100 Jahre in die Vergangenheit zu reisen und in eine mir unbekannte Welt zu tauchen. Ich habe einiges dazu gelernt. Den Titel „Das Schmetterlingsmädchen“ fand ich nicht so passend, da mich der Titel ehr an einen Fantasy Roman erinnert. „The Chaperone“ wie im Original also „Die Anstandsdame“ hätte mir besser gefallen.
Ich kann jeden dieses schöne Buch empfehlen, der historische Romane mag. Der Roman ist leicht und flüssig zu lesen. Erst einmal angefangen, fällt es schwer, das Buch wieder zur Seite zu legen.




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